Beispiel Retrozessionen bei einem externen Verwalter

Wertschriftendepot 500'000 Franken (Beispiel)

Untenstehendes Beispiel zeigt auf, wie hoch Retrozessionen Sammelbegriff für Rückvergütungen von Banken und Produktanbietern an einen Vermögensverwalter oder Finanzberater. Beim Einsatz fremder Produkte erhalten auch Banken Retrozessionen von Produktanbietern (Produkt-Retrozessionen). Diese Rückvergütungen sind mit Provisionen vergleichbar und weit verbreitet. Für den Kunden sind die Retrozessionen im Normalfall nicht sichtbar. Sie werden sowohl bei Börsentransaktionen als auch beim Einsatz bestimmter Finanzprodukte wie Anlagefonds oder strukturierten Produkte bezahlt. Retrozessionen können einmalig oder regelmässig wiederkehrend bezahlt werden. Umgangssprachlich werden Retrozessionen oft auch als Retros oder Kickbacks bezeichnet. sein können. Es muss jedoch beachtet werden, dass gewisse Vermögensverwalter Ein Vermögensverwalter betreut und verwaltet das Vermögen seiner Kunden und berät sie in Geld- und Vermögensfragen. Angeboten wird die Dienstleistung üblicherweise von Banken, unabhängigen (externen) Vermögensverwaltern, Finanz- und Vermögensberatern, Versicherungen, Treuhändern, Anwälten und teilweise auch von Privatpersonen. Vermögensverwalter können sich einerseits über das Kundenhonorar, andererseits über Retrozessionen finanzieren. auf einzelne Rückvergütungen teilweise oder vollständig verzichten. Dies ist beispielsweise beim Ausgabeaufschlag Oft werden dem Kunden beim Kauf eines Fonds Kommissionen in Rechnung gestellt. Diese können je nach Fonds und Anbieter bis 5% ausmachen und gehen zu Lasten des Investors bzw. dessen Rendite.
von Anlagefonds Ein Fonds ist eine breit gestreute Geldanlage. Die Fondsgesellschaft sammelt das Geld vieler Anleger und investiert es in verschiedene Anlagekategorien wie Aktien, Obligationen, Immobilien oder Rohstoffe etc.. Der Vorteil der Fondsanlage besteht darin, dass der einzelne Anleger bereits mit einem bescheidenen Kapitaleinsatz von der Risikostreuung des gesamten Fonds profitiert. Nachteilig sind die meistens relativ hohen Gebühren. oft der Fall.

 

 

 


 

 

Beim Berechnungsbeispiel betragen die Retrozessionen pro halbe Million Anlagevermögen 8'775 Franken pro Jahr.

 

 

Fussnoten / Erläuterungen

1) Teilweise kommen weitere Gebühren hinzu, so beispielsweise Administrations- oder Postengebühren oder auch Kosten für die Führung eines Nummernkontos. Auch bei diesen zusätzlichen Gebühren können Retrozessionen vereinbart werden.

2) Die Bruttogebühr ist die effektive Gebühr, die der Kunde dem Vermögensverwalter zahlt, wenn dieser alle Retrozessionen für sich behält (normale Standardgebühr der Depotbank). 

3) Es werden bewusst alle verbreiteten Arten von Retrozessionen (Kickbacks) aufgezeigt. Vermögensverwalter können Retrozessionen teilweise direkt als Rabatte weitergeben. Dies ist insbesondere bei Rabatten von der Depotbank einfach möglich.

4) Kosten für den Kunden, wenn der Vermögensverwalter alle Retrozessionen an ihn weiterleiten würde.

5) Annahme: 20 Transaktionen mit einem durchschnittlichen Volumen von 25'000 Franken. Daraus ergibt sich, dass das Depot alle zwei Jahre umgeschichtet wird. Bei Devisengeschäften ist die Höhe von Rückvergütungen unterschiedlich und hängt vor allem mit der Grösse des Vermögensverwalters zusammen.

6) Der Bestand an Anlagefonds von 275'000 Franken wurde absichtlich hoch gewählt. Zu beachten ist, dass es immer noch Vermögensverwalter gibt, die das gesamte Anlagevermögen in aktive Anlagefonds investieren. Die Summe des Ausgabeaufschlages ergibt sich, wenn pro Jahr 102'000 Franken aktive Fonds mit 2% Ausgabeaufschlag (Nettoinventarwert 100'000 Franken plus 2'000 Franken Ausgabeaufschlag) gekauft werden. Das heisst die durchschnittliche Verweildauer eines Fonds im Depot wäre knapp 2.7 Jahre. Bei den strukturierten Produkten sind die Abschlusskosten (Initialkosten) in den "Gebühren brutto" bereits enthalten. Diese können je nach Produkt auch mehrere Prozente betragen. Indexprodukte, z.B. ETF's sind sehr kostengünstige Finanzinstrumente. Üblicherweise werden dort keine Retrozessionen bezahlt. Bei Einzeltiteln ist kein Produktanbieter zwischengeschaltet und dadurch werden ebenfalls keine Retrozessionen bezahlt.